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╗╩╣┌┼╠┐┌╣┘═° Professorin fĘ╣r Grundlagen der Gestaltung

Anfang September 2020 konnte die ╗╩╣┌┼╠┐┌╣┘═° Katrin GĘ╣nther zur neuen Professorin fĘ╣r KĘ╣nstlerisch-Experimentelle Grundlagen der Gestaltung im Fachbereich ╗╩╣┌┼╠┐┌╣┘═° am Hochschulstandort Dessau begrĘ╣?en. In diesem Interview gibt sie einen ?berblick Ę╣ber ihre Inhalte in Lehre und Forschung sowie einen Einblick in ihren Werdegang.

Professorin GĘ╣nther, herzlich willkommen an der ╗╩╣┌┼╠┐┌╣┘═° Anhalt. Anfang September haben Sie Ihre Arbeit am Fachbereich ╗╩╣┌┼╠┐┌╣┘═° aufgenommen. Ihr Werdegang begann an der Brandenburgischen Technischen Universit?t Cottbus, an der Sie 1996 Ihr Architekturstudium abgeschlossen haben. Seit 2005 sind Sie als freie Zeichnerin t?tig. Welche wichtigen Ereignisse folgten auf Ihrem Berufsweg von der Architektur hin zur Gestaltung?
Mein Weg war, kurz umrissen, folgender: Ich war vor meinem Architekturstudium in Cottbus und Mailand mehrere Jahre neben der Berufsausbildung zum Baufacharbeiter im Atelier eines Bildhauers t?tig. Dort habe ich mich in der kĘ╣nstlerischen Arbeit mit der Entwicklung von Formen und dem Experimentieren mit Materialien besch?ftigt. Nach meinem Studium hat mir die T?tigkeit in einem Berliner ArchitekturbĘ╣ro und auf gro?en Baustellen einen Einblick in komplexe, auch technische Gestaltungsbereiche gegeben. Danach habe ich mein Atelier gegrĘ╣ndet und war an verschiedenen ╗╩╣┌┼╠┐┌╣┘═°n und Universit?ten im In- und Ausland in der kĘ╣nstlerisch-gestalterischen Lehre t?tig. Parallel dazu habe ich unter anderem Gestaltungsprojekte fĘ╣r und mit Landschaftsarchitekten fĘ╣r Bundes- und Landesgartenschauen oder der IGA 2017 in Berlin entwickelt.

Die GrĘ╣ndung meines Ateliers in Berlin und die Vertiefung der freien kĘ╣nstlerischen Arbeit hat schlie?lich internationale und interdisziplin?re Zusammenarbeiten mit KĘ╣nstlern, Wissenschaftlern, Gestaltern und Institutionen hervorgebracht. Aus der Qualifizierung und Verflechtung all dieser T?tigkeiten, Kooperationen und Zusammenh?nge kam ich Ę╣ber die Architektur zur Gestaltung und von der Kunst in die Lehre.

In den vergangenen sieben Jahren waren sie an der ╗╩╣┌┼╠┐┌╣┘═° Konstanz als Professorin t?tig. In Dessau wurden Sie fĘ╣r das Gebiet KĘ╣nstlerisch-Experimentelle Grundlagen der Gestaltung zur Professorin berufen. Was wird an der ╗╩╣┌┼╠┐┌╣┘═° Anhalt zu Ihren Aufgaben z?hlen?
Meine Hauptaufgabe ist die Vermittlung der gestalterischen Grundlagen an die Studierenden. Daneben ist mir das Experimentieren in verschiedenen ╗╩╣┌┼╠┐┌╣┘═°dimensionen an der Schnittstelle von ╗╩╣┌┼╠┐┌╣┘═°, bildender Kunst, Gesellschaft, Technik, Wissenschaft wichtig. Hier werden die Grundlagen geschaffen, Basiskompetenzen - bildnerische F?higkeiten ĘC zu erlangen, analytische Recherchen und ?sthetische Prozesse kennenzulernen und durchzufĘ╣hren.

Welche Ziele verfolgen Sie dabei?   
 
KĘ╣nstlerisch-experimentelles Arbeiten hei?t zun?chst eine gro?e Offenheit fĘ╣r alle Wissens- und Gesellschaftsbereiche. Vor allem einen offensiven Blick zu haben, nichts auszuschlie?en, Neugier zu f?rdern und zu fordern und sich auf vage Ideen (oft als blasser Schimmer bezeichnet), einzulassen: Das l?sst uns Ę╣ber nicht vorgeplante Wege zu neuen L?sungen gelangen. Die F?rderung der interdisziplin?ren Denk-und Arbeitsweise ist dabei mein Ziel.

Mit welchen Projekten aus der Forschung werden Sie aktuell die ╗╩╣┌┼╠┐┌╣┘═° bereichern?
In diesem Jahr erarbeitete ich das Kunstwerk ?Schallí░ zum Konstanzer MĘ╣nster. Untersucht wurden dabei digitale Werkzeuge, die ein nahezu uneingeschr?nktes zeitlich wie r?umlich unabh?ngiges Arbeiten im konkreten Raum erm?glichten und fĘ╣r den gestalterischen Prozess so neue Perspektiven ergeben. Auch das Ausstellungskonzept/Nominierung fĘ╣r die Gestaltung des Deutschen Pavillons zur Architekturbiennale in Venedig vergangenes Jahr in Zusammenarbeit mit der Tchoban Foundation Berlin grĘ╣ndete auf diesem Forschungsinteresse. Aktuell bereite ich im Rahmen einer internationalen Tagung des Architekturforums AEDES in Berlin 2020 mit der American Society of Architectural Illustration Beitr?ge fĘ╣r eine dokumentarische Werkpr?sentation mit vor. Von solchen Projekten profitiere ich natĘ╣rlich auch in der Lehre, denn diese Erfahrungen lassen sich direkt in die Hochschularbeit Ę╣bertragen, in studentische Projekte Ę╣bernehmen und weiterentwickeln.

K?nnen Sie Beispiele fĘ╣r solche studentische Projekten in Ihrer bisherigen Lehre nennen?
Ja, 2014 habe ich eine Reihe von Kooperationsprojekten initiiert. KĘ╣nstler, Wissenschaftler und Studierende haben dabei von 2014 bis 2017 gemeinsam historisch prominente Bauwerke wie den Berliner Dom oder die Hannoveraner Kestnergesellschaft r?umlich-auditiv unter die Lupe genommen. Wir schufen dafĘ╣r kĘ╣nstlerische Interventionen, die in einmaligen tempor?ren Raumerlebnissen in ?ffentlichen Vernissagen pr?sentiert werden konnten. Diese Reihe m?chte ich in gewandelter Form an der ╗╩╣┌┼╠┐┌╣┘═° Anhalt weiterfĘ╣hren. Die ╗╩╣┌┼╠┐┌╣┘═° verfĘ╣gt dafĘ╣r selbst Ę╣ber so weitgef?cherte Wissensbereiche im ?eigenen Hausí░, dass sich interdisziplin?re Zusammenarbeiten anbieten.

Mit Ihrem Einstieg im Wintersemester 2020 soll der Pr?senzunterricht an der ╗╩╣┌┼╠┐┌╣┘═° Anhalt wieder aufgenommen werden. Wie bereiten Sie Ihre Lehre auf die aktuelle Situation vor?
Ich plane meine Lehre in Pr?senz durchzufĘ╣hren. NatĘ╣rlich bedenke ich dabei, wie diese auch in einer Mischform aus Online-Veranstaltungen erfolgen k?nnte. Bevorzugt wird beim kĘ╣nstlerisch-gestalterischen Experimentieren allerdings die gemeinsame Arbeit ?direkt am und im Objektí░. K?rperliche Pr?senz erm?glicht es, visuelle, auditive und haptische Erfahrungen gemeinsam zu machen, zu analysieren, zu diskutieren und neu zu bilden... darauf m?chte ich nicht verzichten.

Frau Professorin GĘ╣nther, vielen Dank fĘ╣r das Interview.